Geschichten

Berichte von Erlebnissen und Erfahrungen mit Friedensfahrzeugen:


Mike H. aus Dresden im August 2019:
Shalom, ich war gestern positiv berührt über den Mut, ein solches Friedensbekenntnis auf einem Fahrzeug im Dresdner Norden zu sehen. Ich muss sagen, dass jegliche Konversation zwischen Menschen im Frieden auf der Sachebene, durch das Wort Brücken baut und vielleicht Schnittmengen feststellt, zu einer Lösungsfindung. [diese Geschichte weiterlesen…]


Doris und Norbert aus Dresden im Juni 2019:
Unser Friedensfahrzeug – Unsere ersten Erfahrungen

Auf dem Nachhause-Weg von Euch guckten ein Polizeibeamter und andere Verkehrsteilnehmer nicht schlecht. Ein Polizei-Auto, welches einen Wohnwagen zieht?
Insgesamt sind die Leute erst einmal verdutzt. Einige schütteln den Kopf, viele reagieren jedoch positiv, wenn sie erst gelesen haben, dass es kein Polizei-Auto sondern ein Friedensfahrzeug ist. Junge Leute zeigen uns das Peace-Zeichen. Wir bekommen Zuspruch dafür, dass wir uns auf diese Weise zu Frieden bekennen.
Manchmal vergesse ich noch, dass wir ein Friedensfahrzeug fahren. Dann erinnern mich spätestens die erstaunten Blicke anderer daran. 😊
An einem Tag um die Mittagszeit traf ich meine 95-jährige Nachbarin an unseren Briefkästen vor der Haustür. Wir wechselten ein paar Worte – sie fragte mich, ob wir schon wieder die nächste Urlaubsreise vorbereiten, weil sie unser Auto seit Montag nicht gesehen hatte. Ich verneinte das und erklärte ihr, dass unser Auto vorn auf der Hauptstraße geparkt sei – und neu gestaltet wäre. Sie war sehr interessiert, guckte zweifelnd auf ihren Krückstock und dann auf mich. Ich bot ihr an, sie zu unserem Auto zu begleiten. Sie fand das toll und meinte auch, dass sie dann schon einen Spaziergang für diesen Tag vermerken kann.
Wir gingen also zu unserem Friedensfahrzeug und schauten es uns an. Sie war ganz begeistert und meinte, dass das Auto toll aussieht und dass es viel mehr Menschen geben müsste, die etwas für den Frieden machen und es müsste noch mehr solche Autos geben. Dann wurde sie bestürzt und meinte, dass die jungen Leute heute leider auch mit voller Absicht mit Konsum von den wichtigen Dingen im Leben abgehalten werden. Außerdem sagte sie, dass alles, was jetzt so in den Zeitungen und im Fernsehen zu sehen ist, auch Werbung, wieder alles auf Krieg abzielt. Ich denke, sie hat die Erfahrung mit ihren 95 Jahren schon gemacht.
„So, wir sind jetzt Fahrer des 20. Friedensfahrzeuges in Deutschland (der erste in Sachsen)…

Insgesamt sind wir froh, dass wir uns entschlossen haben, unser Auto von Silke, Christian und Chris bekleben zu lassen. Wir merken tagtäglich, dass wir Menschen damit zum Nachdenken anregen und das Thema Frieden in die Öffentlichkeit und in das Bewusstsein der Menschen bringen. Das tun wir, wenn unser Auto (die meiste Zeit) auf der Hauptverkehrsader vor unserem Haus geparkt ist, wenn wir einkaufen oder in den Urlaub fahren… Wir können auf Frieden aufmerksam machen, ohne dass wir Leute zu diesem Thema ansprechen. Im besten Falle sprechen sie uns an.
Wir freuen uns über Zuwachs an Friedensfahrzeugen in Sachsen und bundesweit.
Viele Grüße aus Dresden,
Doris und Norbert


Krystian M. aus HH, 20. Juni 2018:

Wir fahren nun mit der 1. Friedensambulanz herum und es ist wirklich wunderbar. Nicht, dass nur mehr Sicherheitsabstand gehalten wird, nein – auch vielen Daumen nach oben, wenn sie uns sehen. Frieden muss halt nicht nur Hippie und abgef*** sein! In den kurzen Gesprächen, die wir mit Leuten führen, wird das immer bewusster.
Die Friedensambulanz lässt Kinderaugen strahlen und Erwachsene nachdenklich werden – und genau das wollten wir erreichen.


Diana W. aus Halle, 15. Januar 2018:

Alles hat mit dem „Dicken“ von Silke angefangen und ich wollte auch sofort, obwohl ich einen kleinen Schwarzen fahre. Er wurde auf dem Pax Terra Musica-Festival beschriftet. Und als er fertig war, mein erster Gedanke: ‚Unglaublich! Sieht so super aus!‘ und ‚ Shit, jetzt muss ich ordentlich Fahren und darf nicht mehr im Parkverbot stehen‘.
Anfangs hatte ich etwas Sorgen. Man hat ja schon viele schlimme Geschichten gehört. Aufgestochene Reifen, Kratzer. Aber bisher hatte ich nur positive Erfahrungen. Ein bisschen ist mir mein Herz schon in die Hose gerutscht. Meine Erfahrungen mit aufgestochenen Reifen aufgrund der 4 Ringe auf dem 15 Jahre alten Kleinwagen habe ich in meiner Sachsen-Anhaltinischen Heimatstadt mit der (offiziellen) 23%igen Armutsquote schon gemacht. Also war ich gespannt wie es um den Humor und die viel beschworene Toleranz bei uns bestellt ist.
Eines der ersten Erlebnisse, welches ich mit dem Friedens-Turnschuh hatte, war ein Polizist. Er lief gerade Streife und ich stand an einer Ampel. Er runzelte erst mal ein wenig die Stirn, als er das Auto sah und als er die Schrift gelesen hatte, grinste er breit und signalisierte mir mit einem erhobenen Daumen das er das Ganze gut fand. Ich grinste ebenfalls breit und winkte zurück – ich denke es war für uns beide ein gutes Erlebnis! Ich habe bis heute auch noch keine einzige negative Reaktion auf das Auto von einem Polizisten erlebt.

Auch sonst sprechen mich die Menschen an und wir kommen ins Gespräch, aber es gibt genügend Erwachsene, die nur das dicke Fragezeichen auf der Stirn tragen. Kinder sind da meist offener.
Meine Tochter findet das Auto toll – sie geht in den Kindergarten und für sie ist es das „Polizeiauto, aber nicht das echte“. Für alle anderen Kinder bin ich auch die mit dem „Polizeiauto“. Meine Nachbarn haben sich bis jetzt nur positiv geäußert.
Vor ein paar Tagen war ich auf der A2 unterwegs. Neben mir fuhr auf der linken Spur ein Sportwagen mit 4 Ringen am Kühlergrill, groß und tiefergelegt, im Auto 2 jüngere Männer. Sie fuhren neben mir her, freuten sich, hoben die Daumen um mir zu zeigen, dass es ihnen gefällt und filmten das Auto von fast allen Seiten. Wahrscheinlich gibt es jetzt noch einen Film auf FB. Dass es Fotos von meinem Auto gibt, haben mir schon einige Freunde erzählt.
Wenn mich die Menschen ansprechen oder ich mit Ihnen ins Gespräch komme, habe ich die Gelegenheit Ihnen zu erklären warum ich das mache: Ich möchte niemals mehr Krieg; nicht für mich und nicht für meine Kinder! Lasst uns gemeinsam daran arbeiten.


Silke V. aus Köln, 3. Dez. 2017:

Neben vielen tollen Gesprächen, die ich bisher mit fantastischen Menschen führen konnte, ist das Folgende aber bisher das Herausragenste:
Mit meiner Familie nachts um zwei von einer Party nach Hause. Mein Sohn meinte: „Bitte lass‘ uns noch unbedingt am Kebab-Land vorbei“ (DER Kebab-Laden in Köln). Der liegt direkt gegenüber einer Polizeistation. Auf der Straße gibt es auch einen Parkstreifen für Einsatzfahrzeuge – gilt ja auch für mich. Auf der anderen Straßenseite ein Getummel an jungen Menschen, die sich in der Nacht noch etwas Gutes gönnen. Draußen, wie Drinnen jede Menge Menschen.
Die Kinder waren schon vorgegangen. Mein Mann und ich wollen nach und werden jäh von fünf 20jährigen gestoppt. „Darf ich Sie kurz was fragen?“ Das bekannte Fragen-Antwortspiel: Ist das erlaubt? Ist das ein ehemaliges Polizeiauto? Warum machen Sie das?
Gute Gespräche, sehr gute. Einer fragte mich dann, nachdem ich von der Druschba-Fahrt nach Russland erzählt hatte; sein Vater ist aus Kasachstan und erzählt immer wieder, dass die Berichterstattung in unseren Medien immer sehr einseitig ist und ob wir das auch so sehen.
Ich zack zum Auto rüber und erst einmal schnell ein paar Free21 rausgeholt und unter den jungen Leuten verteilt. Nachdem wir alle wieder gemeinsam im Auto saßen, kamen weitere, die das Fahrzeug erblickten und sich im Selfiemodus mit ihm ablichteten und dann durch die Beifahrerseite reinschauten. Sie erblickten „ältere Menschen“: „Ey Alter, wie geil seid ihr denn drauf? Super!“
Wenn wir in dieser Nacht nicht einige noch so richtig aufgeweckt haben… dann weiß ich auch nicht. Gefühlt „Sieben auf einen Streich“!!!


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